Chronik

 

Die Chronik der Löschgruppe Rahser in Kurzform entnommen aus der Festschrift zum 125jährigen Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr Viersen.

1867

Der Viersener Turnverein von 1848 (VTV) gründet auf der Generalversammlung vom 3. Oktober 1867 eine Turnerfeuerwehr. Dieses Datum gilt als Geburtsstunde der Freiwilligen Feuerwehr Viersen.

Es gab jedoch bereits schon vorher Feuerschutzeinrichtungen, die aber nicht dementsprechend institutionalisiert waren. So wurde bereits am 29. März 1828 die erste Brandordnung für den Kreis Gladbach erlassen, zu dem auch die damalige Stadt Viersen gehörte. Im Jahre 1848 wurde für Viersen eine neue Brandordnung erlassen, wobei erstmals acuh die Sektion Rahser mit einer eigenen Kompanie erwähnt wurde.

1878

ImJahr 1878 verfügt die Feuerwehr über insgesamt 10 Spritzen in den folgenden Sektionen: Stadtbezirk, Rahser, Bockert, Oberbeberich, Unterbeberich, Hamm, Ummer und Heimer.

1888

Die Generalversammlung nimmt auf Anregung von Bürgermeister Peter Stern eine Änderung der Statuten an, wonach die Turnerfeuerwehr eine städtische Einrichtung wird. Die Freiwillige Turnerfeuerwehr Viersen führt seit diesem Zeitpunkt den Namen "Städtische Freiwillige Feuerwehr Viersen."

1890

Die Wehr wird reorganisiert, da in Viersen eine Wasserleitung in Betrieb genommen wurde: Es gibt jetzt Steigerabteilungen, Spritzenabteilungen, Hydrantenabteilungen, eine Rettungsmannschaft und eine Ordnungsmannschaft.

1897

Am 9. November 1897 wird das Gründungsstatut der Freiwilligen Feuerwehr in der Sektion Rahser beschlossen.

1898

Die Feuerwehrabteilung in der Sektion Rahser nimmt ihren Dienstbetrieb auf. Zum Führer der Einheit wird der Landwirt Joh. Heinrich Heyer gewählt.

1901

Eine im Stadtarchiv aufgefundene Aktennotiz vom 13. Januar besagt, dass in der Sektion Rahser keine Feuerwehr mehr besteht. In der Stadtverordnetenversammlung vom 14. Oktobar wird jedoch der "Bau eines Gerätehauses für die Feuerwehr im Rahser nach dem vorliegenden Plan und Kostenanschlag des Architekten Kreutzer" genehmigt.

Hauptlehrer Alfons Davidts wird Leiter der Rahser Compagnie, die im Jahr 1902 das neue Spritzenhaus übernimmt. Dies steht auf dem Schulhof der "Schwarzen Schule" an der Ecke Sittarder-/Rahserstraße.

1912

Der Kaufmann Johann Hoff übernimmt im 2. Löschzug Rahser die Führung.

1938

Der 2. Löschzug Rahser verfügt über eine Personalstärke von 33 Mann.

Die Freiwilligen Feuerwehren als Vereine werden aufgelöst und der Polizeiorganisation angegliedert.

1940

In der Nacht vom 11. auf den 12. Mai fällt in Viersen die erste Bombe. Von da an gibt es häufig Fliegeralarm, wenn auch nur selten Bomben fallen. 60 Wehrmänner müssen bei jedem Alarm antreten. Dadurch ergeben sich hohe Belastungen, da die Männer in der luftangriffsfreien Zeit am Arbeitsplatz erwartet werden. Zur Verstärkung der durch Einberufungen geschwächten Feuerwehren werden Angehörige der Hitlerjugend herangezogen, in Viersen etwa 50 Jugendliche (lt. Protokoll der Führerratssitzung vom 3. Oktober 1939).

1943

Die Fa. Metz aus Karlsruhe liefert ein leichtes Löschgruppenfahrzeug Typ L 1500 S mit tragbarer Kraftspritze und geschlossenem Einachsanhänger zum Preis von 10.370 Reichsmark für den Löschzug Rahser. Die Pflege dieses Fahrzeuges übernahm der Gerätewart Jakob Steves, der dieses Amt von Hermann Klaßen übernahm, der lange Jahre die Pflege des bis dahin eingesetzen Handkarrens und der dazugehörigen Geräte sichergestellt hatte. Nach dem das Fahrzeug in den Jahren 1978/79 vom Personal der hauptamtlichen Wache wieder weitestgehend in Stand gesetzt wurde, ist das Fahrzeug auch im Jahr 1998 noch fahrbereit und im Besitz der Wehr. Mit Verschärfung des Luftkrieges wurden drei (später zwei) Wachlokale der Feuerwehr eingerichtet. Im Rahser bei der Fa. Bietz (Kanalstraße, heute steht hier das Möbelhaus Klinkhammels). Der Dienst dauerte nun 24 Stunden.

1945

Für Viersen endet der 2. Weltkrieg durch den Einmarsch der Amerikaner am 1. März. Im 2. Weltkrieg (1939-1945) sind 17 Feuerwehrmänner der FF Viersen gefallen, 2 durch Kriegseinwirkung und 2 in russischer Kriegsgefangenschaft gestorben sowie 4 vermisst.

1961

Am 15. Oktober fand auf dem Löhplatz (heute Löhcenter) der Schnelligkeitswettbewerb der Freiwilligen Feuerwehr Viersen statt. Alle Löschzüge (Stadtmitte, Rahser, Hoser, Helenabrunn) nahmen hieran teil. Sieger wurde der Löschzug Rahser, der den von Hauptbrandmeister Hubert Terkatz gestifteten Pokal und die Siegprämie von 30,- DM erhielt.

1963

Für den Löschzug Rahser wird ein neues LF 8 (Löschgruppenfahrzeug) beschafft. Das alte Gerätehaus an der Ecke Rahserstraße/Sittarder Straße wird abgerissen.

1966

Zum 31.12.1966 verfügt der Löschzug Rahser über eine Personalstärke von 17 Mann.

1967

Die Leistungswettkämpfe der Freiwilligen Feuerwehren des Regierungsbezirkes Düsseldorf werden am 23. September 1967 aus Anlaß des 100-jährigen Bestehens der Feuerwehr Viersen auf dem Betriebsgelände der Fa. Kaiser's Kaffee-Geschäft durchgeführt. Bei diesen Wettkämpfen erringt eine Gruppe des Löschzug Rahser einen beachtlichen 7. Platz.

1968

Im Löschzug Rahser übernimmt der Oberbrandmeister Peter Wassen die Führung der Einheit von Oberbrandmeister Anton Magolei.

1970

Nch dem Neugliederungsgesetz erhält die neue Stadt den Namen "Viersen", wobei aus den ehemals selbstständigen Wehren nunehr Löschzüge werden. Die bisherigen Löschzüge Stadtmitte, Rahser, Hoser und Helenabrunn wurden Löschgruppen.

1971

Am 2. Oktober unternehmen 25 junge Feuerwehrmänner des Löschzuges Viersen (sogenannte 5. Kolonne, Ausbildungsgruppe alles Löschgruppen innerhalb des Löschzuges Viersen) unter der Leitung von Oberbrandmeister Kurt Stelten einen Ausflug nach Amsterdam. Besichtigt werden unter anderem auch der Flughafen Schiphol und der Fernsehsender Hilversum. Eine Grachtenfahrt rundet das Programm ab.

1972

Großeinsatz für alle Löschzüge der Feuerwehr Viersen beim Fabrikhallenbrand der Fa. Beckers & Hüskes am 4. November 1972 im Rahser. Ein orkanartiger Sturm am 13. November richtet in allen Stadteilen große Schäden an. Alle Löschzuge sind im Einsatz.

1973

Die Löschgruppe Rahser feiert vom 14.-16. September ihr 75jähriges Bestehen. Mehrere Tage dauert ein Moorbrand im Buschfeld, der am 17. August ausbricht und bei dessen Bekämpfung ein Feuerwehrmann verletzt wird.

1975

Der Löschgruppenführer im Rahser, Hermann Magolei, ist aus der Feuerwehr ausgetreten. Die Löschgruppenführung wird Brandmeister Helmer Schürkes aus der Löschgruppe Stadtmitte kommissarisch übertragen. Als Vertreter fungiert Unterbrandmeister Johannes Hommen.

1979

Der bisherige kommissarische Löschgruppenführer der Löschgruppe Rahser, Oberbrandmeister Helmer Schürkes, wird zum Löschgruppenführer bestellt und von der Löschgruppe Stadtmitte zur Löschgruppe Rahser versetzt.

1980

Der Oberbrandmeister Helmer Schürkes wird zum stellvertretenden Löschzugführer bestellt. Da der Löschzugführer Hauptbrandmeister Kurt Stelten aus beruflichen Gründen beurlaubt wird, übernimmt der neue Vertreter neben der Löschgruppenführung im Rahser die Löschzugführung im vollen Umfang.

1981

Endlose Verhandlungen über den Bau einer neuen hauptamtlichen Feuer- und Rettungswache ergeben letztlich nur die Festlegung des vorgesehenen Standortes an der "Pollhütte".

1982

Oberbrandmeister Herbert Engemann übernimmt die Löschgruppenführung im Rahser von Helmer Schürkes, der nun nur noch den Löschzug Viersen führt. Vertreter des neuen Löschgruppenführers wird Brandmeister Rainer Nievler.

1984

Die Löschgruppe Rahser richtet ein Familienfest des Löschzuges Viersen aus.

1986

Die drei noch vorhandenen TLF 8 (Tanklöschfahrzeuge) des Katastrophenschutzes werden vom Bund außer Dienst gestellt. Die Stadt Viersen erwirbt sie, damit sie den Löschgruppen Rahser, Hoser und Helenabrunn als Fahrzeuge erhalten bleiben.

1987

Die Löschgruppen Rahser und Helenabrunn stellen neue LF 8 (Löschgruppenfahrzeuge) in Dienst. Das alte LF 8 der Löschgruppe Rahser wird an die Löschgruppe Hagenbroich im Löschzug Süchteln übergeben. Die Löschgruppe Rahser renoviert hr Gerätehaus in Eigenleistung. Hierbei wird unter anderem die Elektroinstallation erneuert. Am 31. Oktober wird vor der großen Kulisse seiner Feuerwehrkameraden, den Abordungen der Wehren des Kreises, vor zahlreichen Ehrengästen der Regierung, des Kreises, der Polizei, der Politik und ausländischen Feuerwehrabordnungen der amtierende Stadtbrandmeister Walter Woters in den Ruhestand verabschiedet. Den krönenden Höhepunkt dieser Feier bildet große Zapfenstreich. Anschließend findet noch ein gemütliches Beisammensein in der historischen Generatorenhalle der Stadtwerke Viersen statt. Walter Woters erhält aus der Hand von Bürgermeister Gerke die goldene Stadtplakette. Bis zur Bestellung eines neuen Wehrführers wird die Wehr durch den stellvertretenden Wehrführer Heinz Tuschmann geführt. Am 10. Dezember findet im alten Waisenhaus in Dülken die Anhörung der aktiven Wehr zur Bestellung des neuen Wehrführers der Feuerwehr Viersen, Wilhelm-Josef Dobbelstein, statt.

1988

Am 16. Juni feiert die Löschgruppe Rahser ihr 90jähriges Bestehen.

1989

Zwei neue Katastrophenschutzfahrzeuge LF 16-TS werden in den Löschgruppen Rahser und Helenabrunn in Dienst gestellt.

1990

Am 2. September wird die Jugendfeuerwehr im Löschzug Viersen feierlich gegründet. Zur Gründungsversammlung werden neun Jungen und fünf Mädchen im alter von 10 bis 15 Jahren aufgenommen. Der Löschzugführer Helmer Schürkes beruft auch ein Mitglied der Löschgruppe Rahser in den Betreuerstab der Jugendfeuerwehr.

1992

Vom 25.-27. September feiert die Freiwillige Feuerwehr Viersen ihr 125jähriges Jubiläum. Dieses Jubiläum beruht auf dem Alter der ältesten Einheit, dem Löschzug Viersen, der gemeinsam mit der Löschgruppe Stadtmitte als Viersener Turnerfeuerwehr am 2. Oktober 1867 gegründet wurde.

1993

Die Löschgruppe Rahser nimmt das erste weibliche Mitglied in ihre Reihen auf.

1994

Löschgruppenführer Oberbrandmeister Herbert Engemann übergibt sein Amt an seinen bisherigen Stellvertreter Oberbrandmeister Rainer Nieveler.

1995

Die Löschgruppe Rahser stellt ein neues Mannschaftstransportfahrzeug (MTF) mit feuerwehrtechnischer Zusatzbeladung in Dienst.

1998

Nach jahrelangen Diskussionen über den Standort einer neuen hauptamtlichen Feuer- und Rettungswache verständigt man sich nach Erörterung der verschiedenen Vorschläge im Rat der Stadt Viersen darauf, den Neubau im Bereich der Löschgruppe Rahser zu realisieren. Hierbei ist das Gelände an der Gerberstraße (von der Bahntrasse bis zum Kränkelsweg) vorgesehen.

Vom 5.-7. Juni 1998 feiert die Löschgruppe Rahser ihr 100jähriges Jubiläum.

 

 

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